Screening für Brustkrebs mit Mammographie

Screening für Brustkrebs mit Mammographie

  • Welchen Nutzen und Schaden bringt die Teilnahme an einem Brustkrebs-Screening mit Mammografie?
  • Wie vielen Frauen nützt das Screening und wie vielen schadet es?
  • Auf welchen wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen diese Aussagen?

Zusammenfassung

Als wir 2008 dieses Merkblatt veröffentlicht haben, fassten wir unsere Resultate wie folgt zusammen:

Es kann vernünftig sein, sich an einem Brustkrebs-Screening zu beteiligen. Es kann aber ebenso vernünftig sein, sich nicht daran zu beteiligen, da das Screening sowohl nützen als auch schaden kann.

Um die richtige Wahl treffen zu können, muss jede Frau das Für und Wider des Brustkrebs-Screenings kennen.

Wenn sich 2000 Frauen im Verlaufe von 10 Jahren regelmässig einem Screening unterziehen, wird eine Frau einen Nutzen daraus ziehen, da sie vermeidet, an Brustkrebs zu versterben.

Gleichzeitig werden 10 gesunde Frauen durch das Screening unnötigerweise zu Brustkrebs-Patientinnen und deshalb behandelt. Diesen Frauen wird man entweder einen Teil oder die ganze Brust abnehmen, häufig werden sie nachbestrahlt, manchmal auch einer Chemotherapie unterzogen.

Ferner wird bei 200 Frauen ein falscher Alarm ausgelöst. Die psychische Belastung bis zur endgültigen Abklärung, ob tatsächlich ein Krebs vorliegt, kann gravierend sein.

Diese Zahlen wurden den randomisierten Studien zum Mammografie-Screening entnommen. Seit deren Veröffentlichung hat sich die Therapie für Brustkrebs jedoch wesentlich verbessert. Neuere Studien scheinen darauf hinzuweisen, dass das Mammografie-Screening möglicherweise nicht mehr effektiv ist, um das Risiko an Brustkrebs zu sterben zu senken.

Durch das Screening werden gesunde Frauen, die nie irgendwelche Zeichen von Brustkrebs entwickelt hätten, zu Brustkrebs-Patientinnen gemacht. Die Behandlungen dieser Frauen erhöht ihr Risiko zB an einer Herzkrankheit oder einem (anderen) Krebsleiden zu sterben.

Es scheint daher nicht mehr sinnvoll zu sein, sich an einem Screening-Programm zu beteiligen. In der Tat: wenn eine Frau nicht am Screening teilnimmt, reduziert sie ihr Risiko eine Brustkrebsdiagnose zu erhalten. Dessen ungeachtet, werden manche Frauen weiterhin am Screening teilnehmen wollen.